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Johannes Stober

Landtagsabgeordneter 2006 – 2016
Ein Rückblick auf 10 Jahre politische Arbeit.



Politische Auferstehung

Badische Neueste Nachrichten - Stadtgespräch vom 14.05.2016

In dieser Woche konnte man etwas erleben, was nur selten passiert, nämlich eine politische Wiederauferstehung. Am Abend des 13. März war Katrin Schütz weg vom politischen Fenster, hatte ihr Landtagsmandat verloren und war persönlich tief getroffen. Wie ihre Parteifreundin Bettina Meier-Augenstein und der Sozialdemokrat Johannes Stober hatte sie keinen Fehler gemacht und jahrelang großen Einsatz gezeigt. Das Trio war aber in einem politischen Erdbeben untergegangen. Nun ist zumindest Katrin Schütz wieder da, und dies als Staatssekretärin einer grün-schwarzen Landesregierung. Und dies nicht in irgendeinem Ministerium für Tralala und Gedöns, sondern im wichtigen Wirtschaftsministerium. Karlsruhes Christdemokratie ist damit landespolitisch aus dem tiefen Niemandsland wieder aufgetaucht. Und die nächste Nachricht für die Karlsruher Geschichtsbücher: Zum ersten Mal gibt es gleich zwei Staatssekretärinnen aus Karlsruhe in Stuttgart, denn die Grüne Gisela Splett darf sozusagen weiter mitspielen. Die neue Finanzministerin braucht Spletts Expertise und ministerielle Erfahrung, ihren Fleiß hat sie bereits unter Minister Herrmann demonstriert. Also muss es jetzt ja endlich was werden mit der Vertretung Karlsruher Interessen am Stuttgarter Kabinettstisch, wenn man dann noch die zwei amtierenden Direktabgeordneten von den Grünen, Bettina Lisbach und Alexander Salomon, dazuzählt. Es wird interessant sein zu beobachten, wie sich dieses Karlsruher Quartett in Stuttgart sortieren wird. Und spannend bleibt auch, wie und wann Bettina Meier-Augenstein, seit dem Wahlabend „nur“ noch Stadträtin, wieder die größere politische Bühne betritt.

Die außerparlamentarischen Karlsruher Sozialdemokraten waten noch weiter durch eine tiefe personelle Durststrecke, bis 2017 bei der Bundestagswahl voraussichtlich mit Parsa Marvi die nächste Chance auf ein Mandat besteht. Als den Beginn eines Heilungsprozesses darf aber durchaus der vergangene Mittwoch gesehen werden, als die Sozialdemokraten zusammen mit Nils Schmid ihre tiefe Krise aufarbeiteten. Das Ansprechen von Defiziten ist der erste Weg zur Besserung. Deutlich wurde aber auch die tiefe Sehnsucht mancher Sozialdemokraten nach der reinen Lehre. Reales Handeln, ob in Karlsruhe, Stuttgart oder Berlin, lebt aber leider Gottes – oder Gott sei Dank – vom Kompromiss.

Theo Westermann