rgb(235,39,42)
rgb(0,106,179)
rgb(153,0,102)
rgb(102,172,253)
rgb(0,85,186)
rgb(0,52,113)

Johannes Stober

Landtagsabgeordneter 2006 – 2016
Ein Rückblick auf 10 Jahre politische Arbeit.



„Große Koalition“ zwischen Grün und Grau

BNN:
Politische Arbeit an der Basis lässt sich in Oberreut besichtigen als Daueraufgabe zwischen großflächigem Grün und grauem Beton – in Zeiten der Alternative für Deutschland (AfD) nicht anders als schon zu Zeiten der Republikaner (REP). Erneut fruchtbares Feld für Rechtsaußen-Positionen war das Quartier bei der Landtagswahl, mit 30 Prozent für die AfD eine Hochburg der neuen Partei, die Analysen zufolge auch Protest- und Erstwähler unter dem Eindruck des Flüchtlingszustroms anzog. (Die BNN berichteten.) Die Aktiven von SPD und CDU vor Ort sind enttäuscht, aber nicht überrascht. Sie kennen ihre Nachbarn: von wenigen Unterstützern über Wohlwollende bis zu einigen desinteressierten, schlecht informierten und wenig orientierten Mitbürgern.

„Ich musste viele bremsen, damit sie ihr Kreuz nicht vor der Wahlkabine machen“, erzählt Karl-Heinz Greiner. Politisches Grundwissen vermitteln, „das können wir nicht leisten“, erklärt der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Oberreut. Mit „wir“ meint er auch die CDU vor Ort. Denn in Oberreut lebt ein Sondermodell. So enge Zusammenarbeit wie in Oberreuts „Großer Koalition“ ist selten. SPD, CDU und auch der Bürgerverein mit Klaus Schaarschmidt an der Spitze ziehen an einem Strang in der ab 1964 gebauten Trabantenstadt. Gemeinsam stemmt man jährlich einen Stadtteilflohmarkt, ein populäres Kinderfest, ein Bouleturnier mit Platzproblemen dank großem Zulauf. Doch kommt prominenter Politikerbesuch ins Viertel des jetzt scheidenden Landtagsabgeordneten Johannes Stober – wie zuletzt vor der Wahl zum 50. Geburtstag des SPD-Ortsvereins der SPD-Landtagsfraktionsvorsitzende Claus Schmiedel – bleibt die Resonanz mau. „Die besten Gespräche habe ich beim Flohmarkt“, sagt Greiner.

CDU-Ortsvereinsvorsitzender Bernhard Kropp sah als Wahlhelfer in Oberreut am Auszählungsabend, wie die Stimmzettelstapel für die AfD wuchsen. Auch bei der Stimmenauszählung in Rintheim blieb manchem Helfer bei diesem Bild die Spucke weg. Die Hochhäuser im Rintheimer Feld und die Wohnblocks in Oberreuts Waldlage haben mehr als die Optik gemeinsam. Typisch für sie ist auch ein überdurchschnittlich hoher Anteil bisheriger Nichtwähler sowie aus Osteuropa zugezogener Bewohner, teils mit schwachen Deutschkenntnissen und eigenem Erfahrungshorizont. Gerüchte, so Kropp, ließen sich nur mit Mühe stoppen, so vor Wochen eine nachweisliche Fehlmeldung über angeblich geplante Einquartierungen von Flüchtlingen in einer Turnhalle. Die beste Werbung für Politik, daran halten die Ortsvereinsvorsitzenden fest, sind gute Entwicklungen vor Ort. Aktuell kämpfen Greiner, Kropp und Schaarschmidt mit „seinem“ Bürgerverein für ein sozialmedizinisches Zentrum in einem geplanten Neubaukomplex an der Otto-Wels-Straße, der Hauptader des Quartiers. Die Chancen stehen nicht schlecht, glauben sie. „Damit wären wir wieder einmal Vorreiter, wie schon mit unserem ökumenischen Zentrum“, sagt Klaus Schaarschmidt stolz.