rgb(235,39,42)
rgb(0,106,179)
rgb(153,0,102)
rgb(102,172,253)
rgb(0,85,186)
rgb(0,52,113)

Johannes Stober

Landtagsabgeordneter 2006 – 2016
Ein Rückblick auf 10 Jahre politische Arbeit.



Die Wahl und ihre Folgen

BNN: Der Pulverdampf der Wahl ist verraucht. Sieger und Verlierer hatten nun einige Tage Zeit, das Ergebnis zu verdauen. Karlsruhe wird länger brauchen, diesen Einschnitt zu bewältigen. Eine Stadt, die oft fünf Abgeordnete in Stuttgart hatte, muss nun mit zwei Abgeordneten auskommen, der Landkreis hat sechs Lobbyisten in Stuttgart. Die abgestürzten Bettina Meier-Augenstein, Katrin Schütz und Johannes Stober standen mit ihrem Namen auch für Themen. Stober etwa für die Bahndebatte in Hagsfeld und den Wohnungsbau, Meier-Augenstein hat sich in ihrer kurzen Zeit im Landtag Meriten erworben in Sachen Europaschule. Schütz verbindet man mit Themen wie Sicherheit oder der Rolle Karlsruhes im Land. Vielleicht bringen aber die Koalitionsdebatten den ein oder anderen von ihnen wieder zurück ins Spiel. Das dramatische Schrumpfen der Volksparteien SPD und CDU, die weiter wachsende bürgerlich-grüne Großstadtmitte und die vielen Protestwähler, die ihr Kreuz bei der AfD gemacht haben – all das bedeutet neue Herausforderungen. CDU und SPD werden sich künftig schwerer tun, tüchtige junge Leute für sich zu gewinnen. Wenn der Erfolg für harte Arbeit so wenig kalkulierbar ist, wenn politische Erdbeben die Arbeit von Jahren einfach wegwischen, wer will sich dann noch langfristig in Parteien engagieren?

Auch der Aufstieg der AfD gibt zu denken. Man kann es sich einfach machen und dies auf die Anfälligkeit mancher Kreise für einfache Parolen zurückführen. So leicht sollte man es sich nicht machen. Ein Blick auf Oberreut, wo die AfD am besten abschnitt, zeigt, woran es krankt. Oberreut ist alles andere als ein Hort von Radikalen: Die Menschen, mit und ohne Migrationshintergrund, haben Sorgen und Nöte und fühlen sich von der Politik und den etablierten Parteien alleine gelassen – und bekennen dies freimütig. Hier helfen keine rhetorischen Beruhigungspillen, die Politik muss die Nöte und Sorgen ernst nehmen. Wie sagte doch einst SPD-Chef Sigmar Gabriel? Die SPD müsse da hin, wo es „raucht, brodelt und gelegentlich auch stinkt“. Der Mann hat recht. Und der Spruch gilt für alle Parteien, die den Protestparteien nicht das Feld überlassen wollen.