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Johannes Stober

Landtagsabgeordneter 2006 – 2016
Ein Rückblick auf 10 Jahre politische Arbeit.



Absturz von CDU und SPD

BNN:
Debakel für die Volksparteien CDU und SPD in den beiden Karlsruher Wahlkreisen: CDU und SPD erlitten dramatische Verluste, nach dem schlechten Ergebnis bei den Landtagswahlen 2011 ging es noch einmal deutlich in den Keller, während die Wahlergebnisse der Grünen in den Himmel schossen. Statt fünf Abgeordnete im Landtag wie in der abgelaufenen Wahlperiode kommen künftig nur noch zwei Abgeordnete aus Karlsruhe, nämlich mit Bettina Lisbach und Alexander Salomon die beiden Wahlkreisgewinner. Weder CDU, noch SPD, noch FDP und AfD konnten bei der Zweitauszählung der Stimmen ein Mandat erreichen. Diese geringe Mandatszahl hat es seit 1956 nicht mehr gegeben.

Zahlreiche Bürger verfolgten im Ratssaal die Auszählung. Bereits um 19.50 Uhr konnte Wahlleiter Wolfram Jäger das vorläufige amtliche Endergebnis verkünden. Beide Kandidatinnen der CDU, Bettina Meier-Augenstein (Wahlkreis Ost) und Katrin Schütz (West) verloren ihre Wahlkreise und damit auch ihre Mandate. Zum zweiten Mal nach 2001 haben die Karlsruher Christdemokraten damit kein Landtagsmandat mehr. Triumphieren konnten die Grünen, die die beiden Direktmandate mit weitem Abstand gewannen. Neu-Kandidatin Bettina Lisbach kam im Osten auf 36,2 Prozent, der zum zweiten Mal antretende Alexander Salomon auf 35,1 Prozent. Die Grünen lagen in allen Stadtteilen bis auf Stupferich vor der CDU. Sondersituation im Stadtteil Oberreut: Hier lag die AfD vor allen anderen Parteien. Bettina Lisbach löst die langjährige Grünen-Abgeordnete Gisela Splett ab, die nicht mehr kandidierte, die sich aber Hoffnung auf eine weitere Amtszeit als Staatssekretärin machen kann. Deutliche Verluste verzeichnete auch die Karlsruher SPD. Sie kam im Westen nur noch auf 13,4 Prozent und im Osten auf 13,2 Prozent. Johannes Stober schaffte den Einzug in den Landtag nicht mehr. Im Wahlkreis West schnitt AfD-Kandidat Marc Bernhard mit 13,9 Prozent besser ab als die SPD-Kandidatin Meri Uhlig mit 13,4 Prozent, im Osten hielt Johannes Stober mit 13,2 Prozent einen Vorsprung auf AfD-Kandidat Paul Schmidt mit 12 Prozent.

Freudig verfolgten die Anhänger und Aktiven der Liberalen die Ergebnisse. 7,7 Prozent für Tom Høyem und 6,7 Prozent für Hendrik Dörr waren für sie die Bestätigung, dass die FDP wieder da ist. „Ich freue mich auf einen schönen Abend. Unsere Partei hat gemeinsam gekämpft und Erfolg gehabt“, frohlockte Kreisvorsitzender und Landtagskandidat Hendrik Dörr.

Bei den im Bürgersaal versammelten Christdemokraten gab es lange Gesichter. Mancher hatte mit einem schlechten Ergebnis gerechnet, aber so schlecht? Der CDU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Ingo Wellenreuther konnte seinen Unmut über die Regierungspolitik nur schwer verbergen. „Die Regierungspolitik in der Flüchtlingsfrage hat eine große Rolle gespielt. Sie wird von weiten Teilen der Bevölkerung nicht getragen“, so Wellenreuther in Richtung Angela Merkel. Dies gelte für die Anhängerschaft von CDU wie SPD, fügte er noch hinzu.

Oberbürgermeister Frank Mentrup, bis zu seiner Wahl als Stadtoberhaupt einst SPD-Staatssekretär in der grün-roten Landesregierung, verfolgte die Auszählung ebenfalls im Bürgersaal. „Das haben sie nicht verdient,“ meinte er mit einem Blick auf seine einstigen sozialdemokratischen Kollegen in der Landesregierung. Man habe es nicht geschafft, die Arbeit der SPD in der Landesregierung entsprechend rüber zu bringen. Das künftig nur noch zwei Abgeordnete statt fünf die Interessen Karlsruhes in der Landeshauptstadt vertreten können, sieht der OB „schon als eine Schwächung“.

Auch der SPD-Partei- und Fraktionsvorsitzende Parsa Marvi zeigte sich ernüchtert: „Das Ergebnis ist in der gesamten Region Karlsruhe alles andere als zufriedenstellend. An unseren Kandidaten hat es nicht gelegen. Das Engagement war da, aber der Landestrend war zu stark.“ Völlig fassungslos und angeschlagen verfolgte der einstige SPD-Landtagsabgeordnete Günter Fischer („Ich darf gar nicht dran denken“) den Absturz seiner Partei. „Wenn ich denke, was Johannes Stober gerackert hat. Hat man je was von Alexander Salomon gehört?“, fragte Fischer mit einem Seitenhieb Richtung Grüne.

Bei den Grünen hingegen eitel Sonnenschein. Die beiden Wahlkreisgewinner Lisbach und Salomon konnten im Ratsssal zahlreiche Glückwünsche auch ihrer unterlegenen Kontrahenten entgegennehmen.