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Johannes Stober

Landtagsabgeordneter 2006 – 2016
Ein Rückblick auf 10 Jahre politische Arbeit.



Auf der Woge

BNN: Wenn die Zeichen so auf Untergang stehen wie bei CDU und SPD, dann können sich die Kandidatinnen und Kandidaten noch so mühen, sie bleiben chancenlos. Dass die Christdemokratinnen Katrin Schütz und Bettina Meier-Augenstein genauso wie Sozialdemokrat Johannes Stober ihre Landtagsmandate verloren, haben sie sich nicht selbst zuzuschreiben. Sie haben gerackert und gearbeitet, dies nicht nur im Wahlkampf. Das räumt sogar der politische Gegner ein. Doch sie drangen mit ihren Anliegen nicht durch, eine ehrliche Bilanz ihrer Arbeit spiegelt dieses Ergebnis nicht wider. Das Thema Flüchtlingskrise dominierte alles und spaltete die Anhängerschaft von CDU, aber auch von SPD, die Christdemokraten und nicht nur sie hadern mit dem erratischen Kurs der Kanzlerin. Diesen Protest konnte die AfD einsammeln, was sie damit macht, ist völlig unklar. Hinzu kommt aber auch die Karlsruher Sondersituation. Der Ehrlichkeit halber muss gesagt werden: Schon immer war die Stellung der Grünen in Karlsruhe stark, schon ein leichter CDU-Verlust bei gleichzeitigem Anstieg der Grünen hätte die beiden Christdemokratinnen das Amt gekostet. Die grünen Gewinner Bettina Lisbach und Alexander Salomon konnten dann zusätzlich noch auf einer Woge der Zustimmung surfen, die auf das Konto des populären Ministerpräsidenten Kretschmann gebucht werden kann.

Salomon wie Lisbach dürfen stolz auf ihren Erfolg sein, aber sie wissen, dass dies eine Ausnahmesituation ist. Sie haben nun die Direktmandate errungen, das ist eine Verpflichtung und Verantwortung. Sie müssen ihr politisches Spektrum erweitern auf die ganze Themenbreite der Politik und der Karlsruher Themen, über für die Fächerstadt so wichtige Fragen wie Sicherheit, Polizei, Rheinbrücke oder Landeseinrichtungen. Denn statt wie früher fünf vertreten nun nur noch zwei Karlsruher Abgeordnete die Anliegen der zweitgrößten Stadt im Land – was auch den Besonderheiten des Wahlrechts geschuldet ist. Auch für die Kommunalpolitik wird das Ergebnis Auswirkung haben. CDU und SPD werden massiv ihre Wunden lecken, die FDP gewinnt an Selbstbewusstsein. Und die Grünen sind ganz oben. Eine Verantwortung, die Lust – oder auch Last sein kann.