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Johannes Stober

Landtagsabgeordneter 2006 – 2016
Ein Rückblick auf 10 Jahre politische Arbeit.



„Ich hänge mich gerne rein“

BNN -
Kräne ragen an der Mannheimer Straße in Rintheim in den Himmel. Gebaut werden neue Häuser, 60 Prozent davon sind Sozialwohnungen. Johannes Stober kennt sich bestens aus in dieser Gegend. Er ist dort aufgewachsen, ein echter Rintheimer Bub. Dass der Pfarrersohn später einmal im Landtag sitzt, hätte sich damals kaum jemand vorstellen können, ist der Sozialdemokrat sicher – der doch diesen Weg ging. 2006 wurde er erstmals als SPD-Abgeordneter gewählt, 2011 verteidigte er sein Mandat, was er am 13. März im Wahlkreis Ost wiederholen möchte.

„Als Schüler redete ich wenig“, erzählt der 47-Jährige, für den der Dialog und die Debatte heute längst Alltag sind. Er überwand sich, um für seine Überzeugungen einzutreten. Er kämpft für seine Ziele. Mehr Mittel für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung zu stellen, gehört dazu. Die Bauarbeiten an der Mannheimer Straße gefallen ihm natürlich. Er weiß auch, dass viele diese Straße als gläserne Wand empfinden. Dass die Sozialwohnungen kritisch beäugt werden. „Zum Glück ist das schon besser geworden“, sagt der Sozialdemokrat. Und der Ganztagesbetrieb der Heinrich-Köhler-Schule etwa sei eine Chance, dass die Grenze im Kopf weiter verschwinde – weil Eltern ihr Kind eben in diesen Teil des Stadtteils schicken, wenn sie diese Betreuung wünschen. „Die Menschen müssen sich begegnen, wir sind eine Gesellschaft“, sagt Stober.

Viele Formulierungen im Landtagswahlprogramm der SPD zu bezahlbarem Wohnraum stammen von ihm. An diesem Thema will er in den nächsten Jahren dranbleiben. Und da ist noch viel mehr, was er gerne voranbringen würde, angefangen bei der Erweiterung der Kunsthalle bis hin zum Ausbau des Ganztagesbetriebs an Realschulen und Gymnasien. „Ich will mich weiter für Karlsruhe einsetzen“, sagt der Mann, der als Student zur SPD kam.

Nach dem Abitur absolvierte Stober zunächst eine Ausbildung zum mathematisch-technischen Assistenten in Frankfurt. „Damals verfolgte ich im Fernsehen die Bilder der Wende. Dort das Ende des real existierenden Sozialismus und bei uns der real existierende Kapitalismus: Ich dachte, da kann jetzt etwas Vernünftiges entstehen – und dann wählen alle Kohl.“ Zurück in der Heimat, wo er an der Uni Informatik studierte, holte er sich 1992 das Parteibuch. Er wurde Landeskoordinator der Hochschulgruppen Baden-Württemberg und Sprecher der Karlsruher Jusos. In der Mutterpartei war er über Jahre Mitglied des Kreisvorstands und Vorsitzender des Ortsvereins in Oberreut, wo er heute lebt.

2006 dann der große Einschnitt: „Die Wahl in den Landtag hat mein Leben fundamental verändert. Ich war plötzlich eine öffentliche Person“, so Stober. „Es ist ein total spannender Job, auch wenn es kaum Pausen gibt – aber ich hänge mich gerne rein“, versichert der 47-Jährige, der Ausgleich beim Radfahren und Wandern, bei Theaterbesuchen sowie bei Fernreisen mit seiner Verlobten findet. Südafrika und Mexiko waren die jüngsten Ziele, Vietnam soll folgen. Nach der Wahl. Ebenso die Hochzeit. Jetzt ist erst mal Wahlkampf angesagt. Zudem geht die Arbeit im Landtag weiter. Nach seinem Einzug ins Parlament füllte Stober zunächst noch tageweise seine Stelle bei der Firma PTV aus. „Wenn ich etwas mache, will ich das richtig machen“, sagt er rückblickend. Deshalb habe er sich letztlich freistellen lassen, um sich ganz dem Landtag zu widmen.

Auf zehn Jahre Arbeit blickt er dort nun zurück. Die Abschaffung der Studiengebühren unter der grün-roten Landesregierung bezeichnet er als einen der größten Erfolge. Stober machte sich stark dafür, dass Grötzingen die erste Gemeinschaftsschule bekam, er machte die Bahnpläne bezüglich der Dammerstocker Kurve öffentlich. Und er kämpfte zusammen mit den anderen Karlsruher Abgeordneten für die Erweiterung des Naturkundemuseums um den Westflügel. Es gab auch Enttäuschungen. „Die größte ist die Südumfahrung Hagsfeld. Dass es ein neues Planfeststellungsverfahren braucht, hätte man schon vor acht Jahren wissen können. Das ist ein Versagen der Politik“, meint Stober.