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Johannes Stober

Landtagsabgeordneter 2006 – 2016
Ein Rückblick auf 10 Jahre politische Arbeit.



Heiße Diskussion um Speicheröfen

Badische Neueste Nachrichten - vom 04.03.2010

chk. Um die Frage „Haben elektrische Speicherheizungen eine Zukunft?“, ging es in der Informationsveranstaltung der „Aktionsgemeinschaft Nachtstromnutzer Karlsruhe“ (NNKA). In der Grötzinger Begegnungsstätte diskutierten der Vorsitzende des Umweltausschusses des Landtags, der ehemalige Umweltminister Ulrich Müller (CDU), dessen Ausschusskollege Johannes Stober (SPD) sowie der Geschäftsführer der Stadtwerke Karlsruhe, Thomas Unnerstall. Eingeladen hatte der Sprecher des Aktionsbündnisses, Ulrich Becksmann, der auch die Nachtstromnutzer in der Diskussion vertrat. Über 300 Zuhörerinnen und Zuhörer füllten den Saal.
Anlass für die Diskussion war vor allem der Paragraf 10a der im Oktober 2009 in Kraftgetretenen Energieeinsparverordnung „EnEV09“, der ein Verbot von elektrischen Speicherheizsystemen in Gebäuden mit mindestens sechs Wohnungen oder einer Nutzfläche von mehr als 500 Quadratmetern vorschreibt. Deutlich zum Ausdruck kam die Sorge der Nachtstromnutzer um die hohen Kosten, die eine Umrüstung auf eine andere Heizungsart mit sich bringen würde.
Ulrich Müller verwies darauf, dass nur wenige Objekte von dieser Vorschrift betroffen seien, dies konnte die Sorge der Zuhörer aber kaum zerstreuen. Thomas Unnerstall sagte, von 2 100 Gebäuden in Karlsruhe mit 4 800 Wohnungen seien 142 Gebäude von dieser Vorschrift betroffen. Davon müsse man diejenigen abziehen, die aufgrund von Ausnahmeregeln nicht umgerüstet werden müssen.
Müller sagte, er halte Stromheizungen für ineffizient und umweltschädlich, was heftigen Widerspruch im Publikum auslöste. Für eine Kilowattstunde Wärme verursache eine elektrische Heizung zwei- bis dreimal so viel Kohlendioxid wie andere, moderne Heizungsarten, führte er aus.
Dem Argument der Nachtstromnutzer, dass aus regenerativen Quellen gewonnener Strom die Ökobilanz der elektrischen Heizung begünstige, wollte er nicht folgen. Bis zur vollständigen Kohlendioxid-freien Stromproduktion vergehen noch Jahrzehnte, ist Müller überzeugt. So lang „muss man schauen, dass man was gegen die schlechte Ökobilanz der Nachtspeicheröfen macht.“ Mit Blick auf die hohen Kosten einer Umstellung betonte er: „Niemand will etwas verbieten.“ Gerade weil kein Zwang zur Umstellung herrsche, so Johannes Stober, müsse das Interesse an der Realisierung von Einsparpotenzialen durch Wärmedämmung im Vordergrund stehen. „Wenn eine Wohnung gut gedämmt ist, spielt es fast keine Rolle, wie sie beheizt wird“, war er sich mit seinem Kollegen Müller einig.
Dass elektrische Heizungen für das Aktionsbündnis kein Auslaufmodell sind, machte Becksmann deutlich, indem er auf das Potenzial zur Speicherung überschüssigen Stroms aus Windkraftanlagen verwies, der vor allem nachts anfalle. Hier stehe die Entwicklung am Anfang, so der NNKA-Sprecher.