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Johannes Stober

Landtagsabgeordneter 2006 – 2016
Ein Rückblick auf 10 Jahre politische Arbeit.



Mit den Vereinen und ohne Neidgefühle

Badische Neueste Nachrichten - vom 01.03.2010

„Brauchen wir eine Sportregion Karlsruhe?“ Es war wohl schon vorab klar, dass das zu bohrende Brett dick sein würde. Aber Andreas Ramin, der Vorsitzende des Sportkreises Karlsruhe, ließ sich nicht verdrießen. Beim „vierten Sportgespräch“ mit Politikern und Sportfunktionären wagte er sich an ein Thema, das derzeit noch vom meist neidvollen Blick nach Stuttgart oder in den Rhein-Neckar-Raum geprägt ist: In beiden Fällen sind auch Olympiastützpunkte eingerichtet.
Andreas Ramin ist der grundsätzlichen Auffassung, dass der Raum Karlsruhe eine Sportregion benötigt – zumal es solche Zusammenschlüsse etwa bei den Turnern oder den Schwimmern schon gibt. Dennoch: Für den Sportkreisvorsitzenden steht fest, dass eine solche Sportregion von den Vereinen und Fachverbänden getragen werden muss und zur Bewältigung der Arbeit hauptamtliche Mitarbeiter eingesetzt werden müssen. Vorneweg müsse freilich definiert werden, wohin die Reise gehen soll. Gehe es um die Förderung des Spitzensports, gehe es um die Vermarktung großer Sportevents, um beides, oder vielleicht auch einen ganz anderen, eventuell sozialen Ansatz?
Die Festlegung dessen, was man sich vorstellt, steht demnach am Anfang einer Diskussion, die die Grundsatzfrage „brauchen wir eine Sportregion“ positiv beantwortet. Danach geht es in der Zielsetzung um einen Sportentwicklungsplan (der Karlsruher Plan datiert von 2002, soll aber weiter geführt werden). Schließlich kommen Organisation und Finanzierung, und da war er schon wieder, der neidvolle Blick in die Metropolregion Rhein-Neckar mit Sponsoren von BASF über SAP hin zu MLP. Oder der Blick in die Landeshauptstadt, wo die Geschäftsführung der Sportregion beim mächtigen „Verband Region Stuttgart“ angesiedelt ist.
Da blieb es Heinz Janalik vorbehalten, auch einmal dagegen zu halten. Der Präsident des badischen Sportbundes und Vorstandsmitglied in der Sportregion Rhein-Neckar, unterstrich die ökonomischen Qualitäten der großen Sponsoren, gab aber auch zu bedenken: „Wollen Sie den Sport auf wirtschaftliche Perspektiven reduzieren?“ Unter diesen Umständen, so machte Janalik deutlich, leide der organisierte Sport, litten die Vereine.
Trotz vereinzelter Skepsis – dem Grundgedanken einer Sportregion will man sich nicht verschließen. Karlsruhes Sportbürgermeister Martin Lenz zeigte an der dem Sportausschuss bevorstehenden Diskussion diesbezüglich erste Ansätze auf. So soll das Profil der Europahalle für Sportveranstaltungen geschärft werden und es soll innerstädtisch vermehrt zu „Sportzentren“ kommen, in denen mehrere Vereine ihr Angebot machen. Wichtig ist für Lenz – und da ist er auf einer Linie mit dem Sportbundchef –: „Wir dürfen den Vereinen nicht einfach etwas vorsetzen. Wir müssen die Vereine mitnehmen.“
Das „Sportgespräch“ nutzten Kommunal-, Landes- und Bundespolitiker zur Information. Ingo Wellenreuther (CDU) forderte dazu auf, Unternehmen als Sportsponsoren zu gewinnen. Johannes Stober (SPD) mahnte, die Peripherie – sprich: den Landkreis – nicht zu übersehen, und Patrick Meinhardt (FDP) empfahl die Erstellung eines Gutachtens, um überhaupt einmal Ziele und Potenziale einer Sportregion Karlsruhe auszuloten. Andreas Ramin schließlich nannte als eine Hürde auf dem Weg zu dieser Sportregion „das Überwinden von Verwaltungsgrenzen“.